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Italien rationiert Wasser und verbietet das Nachfüllen von Schwimmbädern: Ist Ihr Urlaub betroffen?

Italiens schlimmste Dürre seit 70 Jahren hat dazu geführt, dass das Land in fünf nördlichen Regionen den Notstand ausgerufen hat.

Mehrere Kommunen haben bereits eine Wasserrationierung angekündigt, darunter die beliebten Städte Verona und Pisa.

Die Dürre ist das Ergebnis einer schweren Hitzewelle, die das Land heimsucht, verbunden mit rund 50 Prozent weniger Regen als letztes Jahr um diese Zeit.

Dies verursacht auch dreimal so viele Waldbrände wie im Durchschnitt. Laut Coldiretti, dem nationalen Bauernverband Italiens, wurde im Jahr 2022 bisher alle zwei Tage mindestens ein Feuer registriert.

Es gab auch andere verheerende Auswirkungen der extremen Hitze. Am Montag ein Abschnitt des Marmolada-Gletschers in den italienischen Alpen zusammengebrochen mindestens sieben Menschen getötet.

Ministerpräsident Mario Draghi sagte, das Ereignis stehe „zweifellos“ im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Italiens schlimmste Dürre seit 70 Jahren

Nach vier Monaten mit kaum Niederschlag, Norden Italien kämpft mit der schlimmsten Dürre seit 1952 Fluss Poder längste in Italien, hat einen Rekordtiefstand erreicht.

Hohe Temperaturen und Schneemangel in den Bergen, die normalerweise den Fluss speisen, verschärfen die Situation.

Die riesige Wasserstraße, die sich von den Alpen im Nordwesten bis zur Adria an der Ostküste erstreckt, ist eine lebenswichtige Wasserquelle für mehrere Regionen. Es wird für Trinkwasser, die Bewässerung von Pflanzen und die Erzeugung von Wasserkraft in ganz Norditalien verwendet.

Auch andere Flüsse trocknen aus. Der Arno, der durchfließt Florenz und liefert Leitungswasser und den Tiber, der durchfließt Rom, hatten beide Wasserstände die Hälfte dessen, was für Juni normal ist. Auch der Lago Maggiore und der Gardasee wurden für diese Jahreszeit von niedrigeren Wasserständen als normal heimgesucht.

Wo hat Italien Notmaßnahmen verhängt?

Fünf Regionen in Norditalien haben Notstand ausgerufen. Emilia-Romagna, Fruili Venezia Guilia, Lombardei, Piemont und Venetien haben Nothilfemittel in Höhe von 36,5 Millionen Euro erhalten, um die Wasserknappheit zu bekämpfen.

Der Ausnahmezustand stattet diese Regionen mit „außerordentlichen Mitteln und Befugnissen“ aus, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, etwa durch die Einführung einer Wasserrationierung.

Mehr als 100 Städte in der Poebene wurden bereits dazu aufgefordert Wasser rationieren auch über Nacht während der Dürre.

Rom befindet sich in einem „Zustand der Katastrophe“

Es gibt auch wachsende Bedenken Wasserkraftwerke, die in den vergangenen Monaten rund 40 bis 50 Prozent weniger Strom erzeugt haben. Eine Anlage in Piacenza in der Region Emilia Romagna musste ihre Turbinen wegen Niedrigwasser bereits vorübergehend abschalten.

In Latium, der Region um Rom, haben die Regionalregierungen im Juni unabhängig voneinander den „Katastrophenzustand“ ausgerufen.

Dies hat dazu geführt, dass in mehreren Gemeinden rund um den Bracciano-See, 32 km nordwestlich von Rom, Wasserbeschränkungen verhängt wurden. Die Maßnahmen haben die Verwendung von Wasser zum Waschen von Autos, zum Bewässern von Gärten und zum Reinigen von Außenterrassen verboten.

In der Hauptstadt senkt die städtische Wasserbehörde den Druck in den Leitungen, damit die Wasserversorgung reduziert wird, ohne dass sie eingestellt werden muss.

Reisehinweise für Italiens Wasserverbote

Aufgrund der Dürre gibt es derzeit keine Einschränkungen für den Besuch Italiens. Reisende sollten jedoch auf Notfallmaßnahmen wie Wasserrationierung achten.

In Verona und Pisa darf Trinkwasser nicht zum Füllen von Schwimmbädern, zum Bewässern von Gemüsebeeten, Gärten und Sportplätzen, zum Waschen von Autos oder für andere Aktivitäten verwendet werden, die nicht unbedingt für den menschlichen Bedarf erforderlich sind. Die Rationierung bleibt bis zum 31. August in Kraft, und Personen, die gegen die Beschränkungen verstoßen, können mit einer Geldstrafe von bis zu 500 € belegt werden.

In Villorba, einer Gemeinde in der Region Venetien, dürfen die Bewohner zwischen 6 und 23 Uhr keine Gärten bewässern, Autos waschen oder Schwimmbäder füllen. Das Verbot gilt bis zum 30. September.

Einige Gemeinderäte erwägen eine Beschränkung der Wassernutzung für Springbrunnen und Wasserparks. In Mailand wurden dekorative öffentliche Brunnen abgeschaltet und Wassersprinkler eingeschränkt. Ähnliche Maßnahmen wurden im Rahmen des Ausnahmezustands in den Nachbargemeinden Emilia Romagna und Piemont eingeführt.

Italiens Verband der Vergnügungsparks hat vorgeschlagen, gefiltertes Meerwasser für Attraktionen in Küstennähe zu verwenden. Andere Parks könnten zur Schließung gezwungen werden.

Roms Notfallmaßnahmen können dazu führen, dass öffentliche Trinkbrunnen abgeschaltet werden, wie es während einer Dürre im Jahr 2017 der Fall war. Eine Folge davon könnte sein, dass mehr Menschen Einwegprodukte kaufen Plastik Flaschen, die minutenlang verwendet werden, bevor sie Hunderte von Jahren brauchen, um sich zu zersetzen.

Wie lange wird die Dürre in Italien dauern?

Die Dürre zeigt derzeit kaum Anzeichen einer Linderung, gerade als Italiens geschäftigste Sommersaison beginnt. Der Sommer wird voraussichtlich heiß mit wenig Niederschlag. Der Wasserspiegel des Flusses Po sinkt weiter.

Die in den kommenden Wochen eingeführten Beschränkungen werden voraussichtlich bis Ende des Sommers in Kraft bleiben.

Quelle: Rebecca Ann Hughes von Euronews

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