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Wird das 9-Euro-Zugprogramm in Deutschland verlängert? Politiker schlägt 365-Euro-Jahreskarte vor

Deutschlands Bahnpässe für 9 € pro Monat haben sich als so erfolgreich erwiesen, dass die Regierung unter Druck steht, das im Juni eingeführte Programm zu verlängern.

Der stark subventionierte Pass gilt bis Ende August und ermöglicht allen Einwohnern und Besuchern Deutschlands unbegrenzte Fahrten im Regionalverkehr.

Auch einige andere europäische Länder haben die Züge billiger gemacht, um sowohl die Lebenshaltungskosten- als auch die Energiekrise zu bewältigen.

Spanien hat letzte Woche breite Unterstützung für die Herstellung aller Kurz- und Mittelstreckenzüge erhalten kostenlos von September bis Dezember – ein Deal, der umso süßer ist, als dass er durch eine unerwartete Steuer auf Banken und Energieunternehmen finanziert wird.

Was also ist Deutschlands nächster Schritt? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat ein noch großzügigeres Angebot von 1 Euro pro Tag Bahnfahrt vorgeschlagen.

In einem Interview mit der deutschen Bild-Zeitung am Sonntag sagte er: „Die wirklichen Probleme werden im Herbst kommen. Dann steigen die Preise wieder.

„Mein Vorschlag wäre eine 365-Euro-Jahreskarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Deutschland.“

Das Bundesministerium für Digitalisierung und Verkehr (BMDV) hat den Vorschlag des Landeschefs nicht kommentiert. Es ist jedoch klar, dass die Öffentlichkeit daran interessiert ist, dass der Pass durch eine andere Maßnahme ersetzt wird Zugreise einfacher und billiger.

Wie erfolgreich war das deutsche Projekt „9-Euro-Ticket“?

Der aktuelle Pass hat in 23 von 26 untersuchten Städten im Rahmen einer vorläufigen Analyse des Verkehrsdatenspezialisten Tomtom für die Deutsche Presse-Agentur im vergangenen Monat zu einem Rückgang der Staus auf den Straßen geführt.

„Pendler haben im Juni in fast allen untersuchten Städten weniger Zeit mit dem Weg zur und von der Arbeit verloren als im Mai“, sagt Verkehrsexperte Ralf-Peter Schäfer, unter anderem in Hamberg und Wiesbaden.

Rund 21 Mio die 9-Euro-Tickets wurden allein im Juni verkauft, wie Zahlen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zeigen. Das kommt zu den rund 10 Millionen Abonnenten hinzu, die automatisch das ermäßigte Ticket erhalten haben.

„Die bisher von der Branche errechnete Zahl von 30 Millionen Tickets pro Monat wurde nicht nur erreicht, sondern sogar leicht übertroffen“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann.

Und laut wöchentlicher Befragung von 6.000 ÖPNV-Nutzern durch die Deutsche Bahn und den VDV wurde jeder Fünfte dazu ermutigt, zum ersten Mal auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Könnte Deutschland im September ein neues „Klimaticket“ auf den Markt bringen?

Die Popularität des Tickets „erhöht den Druck, was zu tun ist, wenn das Programm beendet ist“, sagte VDV-Geschäftsführer Oliver Wolff der britischen Zeitung „Guardian“.

Ein Vorschlag des Verbands ist die Einführung einer neuen 69-Euro-Monatskarte namens „das Klimaticket“ (oder Klimaticket), ähnlich wie Österreichder gleichnamige Pass. Wolff sagt, das würde sich besonders an „zahlungsbereite Autofahrer“ richten.

Es ist etwas weniger ehrgeizig als Söders Idee, aber bei Kosten von 2 Milliarden Euro pro Jahr behauptet Wolff, dass es mit den restlichen Mitteln, die die Regierung für die COVID-Wiederherstellung vorgesehen hatte, finanziell machbar ist. Er fügt hinzu, dass die Reisebosse bereit sind, den Deal mit staatlicher Unterstützung umzusetzen.

Allerdings muss auch in Deutschlands Schienennetz investiert werden, damit es mehr Pendler und Reisende bewältigen kann. Andernfalls droht das beliebte 9-Euro-Projekt als „letztes Hurra“ für den ÖPNV zurückzublicken, so der Deutsche Städte- und Gemeindebund.

Quelle: Lottie Limb von Euronews

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