Reisen

9-Euro-Bahnpass: So stark haben Deutschlands günstige Bahntickets die Fahrgastzahlen gesteigert

Der Kurzstrecken-Zugverkehr in Deutschland hat in den letzten Monaten stark zugenommen – teilweise dank des ultragünstigen Sommer-Bahnpasses des Landes.

Die Anzahl der Passagiere, die kurze Strecken zurücklegen Schiene gegenüber dem zweiten Quartal 2022 „deutlich gestiegen“, wie das Statistische Bundesamt Destatis mitteilte.

Im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres (Januar bis März) legt der Schienennahverkehr um 46 Prozent zu.

„Die Erhöhungen sind wahrscheinlich auf die Lockerung der COVID-19-bedingten Beschränkungen und das seit Juni erhältliche 9-Euro-Ticket zurückzuführen“, schätzt eine Destatis-Mitteilung.

Aber wie stark hat das Ticket den Autoverkehr reduziert?

Was ist das 9-Euro-Ticket für Deutschland und hat es funktioniert?

Im Mai Deutsche Bahn – Deutschlands Eisenbahnbehörde – einen stark subventionierten Pass eingeführt, um die Menschen beim Umgang mit der steigenden Inflation zu unterstützen und zu ermutigen nachhaltig reisen.

Das 9-Euro-Monatsticket ermöglicht Fahrgästen von Juni bis August die unbegrenzte Nutzung von Nah- und Regionalzügen.

Der stark subventionierte Pass ist sehr beliebt. Allein im Juni wurden rund 21 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft, wie Zahlen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zeigen. Das kommt zu den rund 10 Millionen Abonnenten hinzu, die automatisch das ermäßigte Ticket erhalten haben.

Laut wöchentlicher Befragung von 6.000 ÖPNV-Nutzern der Deutschen Bahn und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) wurde jeder Fünfte zum Umstieg animiert öffentlicher Verkehr zum ersten Mal.

Andere Umfragen deuten jedoch darauf hin, dass der Straßenverkehr nicht wesentlich zurückgegangen ist.

EIN lernen der Technischen Universität München zeigten, dass zwar 35 Prozent der 1.000 Studienteilnehmer den Bus nahmen und Zug häufiger, nur drei Prozent nutzten seltener das eigene Fahrzeug.

Studienleiter Klaus Bogenberger sagte jedoch, dass dies im Laufe der Zeit zunehmen könnte.

​​„Eine radikale Änderung des Alltagsverhaltens aufgrund eines neuen Angebots war nicht zu erwarten. Umso wichtiger ist der Prozentsatz der Menschen, die alternative Verkehrsmittel zum eigenen Auto ausprobieren“, sagte er.

„Das wichtige Ergebnis ist, dass viele den ÖPNV in ihren Alltag integriert haben.“

Auch der Schienenverkehr hat im vergangenen Jahr zugenommen.

Jahr für Jahr ist die Zahl der Passagiere im Kurzzeitverkehr um drei Viertel gestiegen. Diese Passagiere legten im zweiten Quartal 2022 mehr als doppelt so viele Kilometer zurück wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Wie viel haben die Bahnpässe die Bundesregierung gekostet?

Rund 2,5 Milliarden Euro an staatlichen Zuschüssen hat das Experiment gekostet, eine weitere Verlängerung hat die Bundesregierung bisher ausgeschlossen. Aber auch andere Vorschläge, die diskutiert werden, sind ein Jahresticket für 365 € oder ein Angebot im Stil eines Telefonplans, bei dem die Passagiere ein monatliches Kilometerbudget kaufen.

Auch andere Länder haben subventioniert angeboten Zugreise. Im Spanienhat die Regierung angekündigt, dass alle Nahverkehrszüge (Cercanías und Rodalies) und regionale Mittelstreckenlinien mit Strecken von weniger als 300 km (Media Distancia-Strecken), die vom nationalen Bahnbetreiber Renfe betrieben werden, vom 1. September bis 31. Dezember kostenlos sein werden

Quelle: Charlotte Elton von Euronews

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"